Elger Prinz regiert mit Gevärzhanerin
Der neue Elkenrother Prinz regiert mit einer Prinzessin aus Gebhardshain. Ja, haben die Elger denn einen Fimmel? Gerade sangen ihre Bläck Höhner doch noch: „Gevärzhan stinkt bis zum Himmel …“

Doch hört, ihr Leut’, was Sebastian I. zu sagen hat:
„Gern will ich die Elger Narren als Prinz regieren und mit meiner Prinzessin Christina repräsentieren. Wir wissen, was wir rufen müssen, ganz genau. Nämlich ein dreifach kräftig Elgert Helau!“ Christina I. lässt keine Zweifel: „Auf die Regentschaft in Elgert freu ich mich sehr. Ob in Gevärzhan oder Elgert: Karneval steppt der Bär! Wir machen mit Euch viel Radau, mit einem dreifach kräftig Elgert Helau!“ So sieht man Anno 2012 lustig vereint die sonst sich piesackenden Völker aus Elkenroth und Gehardshain. Bevor der Jungmännerverein Elkenroth (JVE) am Samstagabend im Saal des Dorfkrugs das neue Prinzenpaar proklamierte, gab Vizepräsident Andreas Hoffmann das diesjährige Motto kund: „Dem Adel geht’s heut’ an den Kragen, der JVE hat jetzt das Sagen“.Mittelalterlich geht’s diesmal zu, weil Karneval beim JVE heuer Jubiläum hat: Schon vor 85 Jahren führten Mitglieder des 1908 gegründeten Vereins zur Fastnachtszeit lustige Stücke auf. Verabschiedet wurden vom Vizepräsidenten die „alten“ Regenten, zunächst das Kinder-Dreigestirn: Prinz Lukas Hommes, Bauer Luca Pfeifer und Jungfrau Carolin Frank. Ein neues Kinder-Dreigestirn gibt es diesmal nicht – erstmals seit Jahren ist die Suche erfolglos geblieben. Lob und Dank zollte Hofmann auch dem scheidenden Prinzenpaar Mark I. Heidrich und Jennifer I. Mockenhaupt. Jennifer sagte, es sei eine wunderschöne Session gewesen mit toller Truppe und tollem Publikum: „Leider hat sich ja ein neues Prinzenpaar gefunden – wir hätten das auch noch ein Jahr länger gemacht.“ Eines aber habe nicht so geklappt wie befohlen: Dass Eltern während ihrer Regentschaft geborene Kinder Mark und Jennifer nennen. Drum würden sie nun durch die Häuser ziehen und sich überall dort, wo Kinder anders heißen, einen ausgeben zu lassen.
Schon einen Namen beim Narrenvolk gemacht hat sich der neue Prinz Sebastian I.: Der 25-jährige Maler- und Lackierermeister ist seit 2003 JVE-Mitglied und einer der Sprecher der närrischen „Elger Tagesschau“. Er hat auch bei Gruppenauftritten mitgewirkt und war Vorstandsmitglied. Christina I., 22 Jahre jung und Altenpflegerin, hat schon immer gern Fastnacht gefeiert, war aber bis dato keine aktive Karnevalistin. Den Schlüssel zur Rathaustür überreichte Beigeordneter Axel Karmann den Regenten mit den Worten: „Ob Sonne, Schnee oder auch Regen – Fastnacht ist ein wahrer Segen. Denn jeder darf ein andrer sein, der eine groß, der andre klein, der eine laut, der andre leise – mit und auch ohne Meise. Total egal, hier gilt kein Maß, es geht ganz einfach nur um Spaß!“ Traditionell folgte die Funkenvereidigung durch den Prinzen. Die Funken, diesmal mit Fanfaren und Trommeln statt Holzgewehren, mussten dem Prinz schwören, an allen Festen und Gelagen teilzunehmen, dabei alle Räume aufrechten Ganges zu betreten und ebenso zu verlassen. Viele Tänze gab es auch zu bewundern: von den niedlichen Elger Fünkchen, den flotten Elgirlies, den Elger Piraten mit gelungenem Debüt, dem Teenieballett in kessen neuen Kostümen und dem Hofballett, dessen Mädels beim Auftritt flugs Gardekostüme gegen Rock’n’Roll-Klamotten tauschten.
Stimmungsgarant waren zudem die Bläck Höhner, die die mehr als 200 Gäste mit Liedern wie „Hey, Elgert“ zum Singen und Schunkeln brachten, als neue Songs „In Kölle verliebt“ und „Ich brauche sechs bis acht Stunden Schlaf“ servierten und auf die Melodie von „Du bes Kölle“ ihr „Du bes Elgert“ zum Besten gaben.
Auch Gäste sorgten für Spaß
Auch viele Gastvereine erwiesen den Elkenrothern die Ehre und steuerten mit Darbietungen zum Programm bei: Herkersdorfer Carnevals Club, Fensdorfer Carnevals Club, DJK Rosenheim, KG „Lugge Loo“ Gebhardshain, KG Malberg, Karnevalsverein Scheuerfeld und KG Burglahr.
